A.B.A.S. – Anlaufstelle bei Essstörungen Stuttgart

Social Media und Essstörungen

Soziale Netzwerke sind ein wichtiger Ort des Austausches. Beim Chatten, Surfen, Posten, Liken und Sammeln von Followern entsteht das GefĂŒhl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. In der digitalen Welt fĂ€llt es manchmal leichter als im echten Leben, mit vielen „Likes“ Anschluss oder Anerkennung zu finden. Aber Social Media bietet auch bedenklichen Inhalten viel Raum.

Die Nutzung sozialer Medien löst bei (jugendlichen) Nutzer*innen hĂ€ufig Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild aus und erhöht das Risiko, ein problematisches Essverhalten zu entwickeln. Hinweise auf entsprechende Studien sind unter anderem zu finden unter:  Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages vom 11.09.2024 – „Zum Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und Essstörungen Aktuelle Studienlage“.

HĂ€ufig werden in Social Media Portalen idealisierte, bearbeitete Körperbilder gezeigt und ein Lifestyle abgebildet, der sowohl mehrheitlich unerreichbar, teils ungesund und realitĂ€tsfremd ist. Diesen unerreichbaren vermeintlichen Körperidealen nachzueifern, kann essgestörtes Verhalten begĂŒnstigen.

Aus den genutzten Inhalten und Seiten entwickeln sich fĂŒr die Nutzer*innen Algorithmen, die verstĂ€rkend wirken, indem immer hĂ€ufiger DiĂ€t-, Fitness-Anregungen oder extrem schlanke Körper angezeigt werden.

Als besonders gefÀhrlich sind Pro-Ana- oder Pro-Mia-Communities anzusehen, die Essstörungen nicht nur verharmlosen, sondern stark befördern.

„Interessieren Sie sich als Eltern bzw. Betreuende fĂŒr die Inhalte, mit denen Ihre Kinder sich beschĂ€ftigen!“

Gleichzeitig können soziale Medien aber durchaus auch positive Auswirkungen haben: Bewegungen wie „Body Positivity“ oder „Recovery-Communities“ stĂ€rken das SelbstwertgefĂŒhl und können Betroffene unterstĂŒtzen.

Ein bewusster Umgang mit sozialen Medien sowie professionelle Hilfe können vorbeugend oder unterstĂŒtzend wirken. Unsere PrĂ€ventionsangebote  greifen diese Thematik u.a. auf und ebenso unsere Fortbildung  im November 2026.

 

WeiterfĂŒhrende Informationen:

https://essstoerungen.bioeg.de/weitere-informationen/materialien/themenblatt-foerdern-soziale-medien-essstoerungen/

 

Hilfe sowie Einmischung im Netz bietet beispielsweise folgendes Projekt:

https://www.anad.de/digital-streetwork/

 

GefÀhrdende Inhalte können an folgende Stellen gemeldet werden:

https://www.jugendschutz.net/  (Spezialisiert auf jugendgefÀhrdende Inhalte in Informations- und Kommunikationsdiensten, inklusive Social Media)

https://www.internet-beschwerdestelle.de/   (Nimmt Meldungen zu illegalen und bedenklichen Inhalten entgegen und leitet diese an die zustÀndigen Stellen weiter)